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Riester-Rente — lohnt sich das noch?
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Kaum ein Vorsorgeprodukt wird so kontrovers diskutiert wie die Riester-Rente. Lohnt sie sich noch? Für wen ja, für wen nein? Und was tun mit einem bestehenden Vertrag? Hier die Fakten.
Stand Oktober 2026: Das Altersvorsorgereformgesetz ist beschlossen (Zustimmung des Bundesrats am 08.05.2026). Ab 01.01.2027 werden keine neuen Riester-Verträge mehr abgeschlossen. Stattdessen startet das geförderte Altersvorsorgedepot: Grundzulage 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag plus 25 % auf weitere Beiträge bis 1.800 € (max. 540 € im Jahr), Kinderzulage 100 % auf Beiträge bis 300 € je Kind — und auch Selbstständige werden förderberechtigt. Bestehende Riester-Verträge laufen weiter, ein Wechsel ist freiwillig. Ob sich ein Wechsel für dich lohnt, schauen wir uns gemeinsam an.
Kurz erklärt: Was ist die Riester-Rente?
Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge aus der Schicht 2 des 3-Schichten-Modells. Eingeführt 2002, richtet sie sich primär an Arbeitnehmer, Beamte und bestimmte weitere Gruppen, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.
Fördermechanismus:
Zulagen: Grundzulage 175 €/Jahr + 300 €/Jahr pro kindergeldberechtigtem Kind (seit 2008)
Sonderausgabenabzug: Bis zu 2.100 €/Jahr (inkl. Zulagen) steuerlich absetzbar — das Finanzamt prüft automatisch, ob Zulagen oder Steuerersparnis günstiger sind (Günstigerprüfung)
Eigenbeitrag für volle Förderung: 4 % des rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttoeinkommens (abzgl. Zulagen), mindestens 60 €/Jahr
Wer ist förderberechtigt?
Förderberechtigt (unmittelbar) | Förderberechtigt (mittelbar) | Nicht förderberechtigt |
|---|---|---|
Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer | Ehepartner eines unmittelbar Förderberechtigten (auch ohne eigenes Einkommen) | Selbstständige (ohne RV-Pflicht) |
Beamte | Freiberufler (ohne RV-Pflicht) | |
Soldaten | GGF ohne RV-Pflicht | |
Pflichtversicherte in der Alterssicherung der Landwirte | Minijobber (die sich von RV befreien lassen) | |
Bezieher von Arbeitslosengeld I sowie, unter Voraussetzungen, von Grundsicherung (früher Bürgergeld) |
Für wen lohnt sich Riester noch?
✅ Lohnt sich besonders für:
1. Familien mit Kindern
Die Kinderzulage macht Riester zum Rendite-Turbo:
Beispiel | Förderquote |
|---|---|
Alleinerziehend, 2 Kinder, 30.000 € Brutto → Eigenbeitrag 435 €/Jahr → Zulagen 775 €/Jahr | 64 % staatliche Förderung! |
Ehepaar, 3 Kinder, 50.000 € Brutto → Eigenbeitrag ca. 1.075 €/Jahr → Zulagen 1.250 €/Jahr | 54 % staatliche Förderung! |
2. Geringverdiener
Mindestbeitrag: 60 €/Jahr. Dafür 175 € Grundzulage + ggf. Kinderzulagen → extrem hohe Förderquote.
3. Gutverdiener (über den Sonderausgabenabzug)
Bei hohem Grenzsteuersatz kann der Sonderausgabenabzug (2.100 €) attraktiver sein als die Zulagen allein. Das Finanzamt rechnet automatisch die günstigere Variante.
❌ Lohnt sich weniger für:
Kinderlose Singles mit mittlerem Einkommen — die Grundzulage allein ist oft nicht genug, um die Produktkosten und die nachgelagerte Besteuerung auszugleichen
Wer maximale Flexibilität will — Riester ist an strenge Auszahlungsregeln gebunden
Selbstständige ohne RV-Pflicht — bei Riester nicht förderberechtigt (→ Rürup prüfen; ab 2027 auch das geförderte Altersvorsorgedepot)
Neuabschlüsse generell — ab 2027 gibt es keine neuen Riester-Verträge mehr; für neue geförderte Vorsorge ist dann das Altersvorsorgedepot der Weg
Die wichtigsten Spielregeln
Einzahlung
Volle Förderung: 4 % des rentenversicherungspflichtigen Vorjahres-Bruttos (abzgl. Zulagen), mind. 60 €/Jahr
Maximal gefördert: 2.100 €/Jahr (inkl. Zulagen)
Zulagen müssen jährlich beantragt werden — oder einmalig per Dauerzulagenantrag (empfohlen!)
Auszahlung
Frühestens ab 62 (Verträge ab 2012)
Lebenslange Rente — mindestens 70 % des Guthabens muss verrentet werden
30 % Kapitalauszahlung zu Beginn möglich
Volle nachgelagerte Besteuerung — die komplette Rente wird mit dem persönlichen Steuersatz versteuert
Beitragsgarantie
Der Anbieter muss zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge + Zulagen garantieren (Nominalwerterhalt)
Das klingt gut, aber: Diese Garantie kostet Rendite. Viele Anbieter investieren extrem konservativ, um die Garantie zu erfüllen → niedrige Realrendite.
Förderschädliche Verwendung
Wenn du das Geld vor Rentenbeginn entnimmst oder den Vertrag kündigst, musst du alle Zulagen und Steuervorteile zurückzahlen → förderschädliche Verwendung.
Ausnahme: Wohn-Riester (Eigenheimrente) — hier kann das Guthaben für den Kauf oder Bau einer selbstgenutzten Immobilie verwendet werden.
Das Problem mit Riester: Kosten und Rendite
Warum ist Riester so umstritten?
Hohe Produktkosten: Viele Riester-Verträge (besonders ältere) haben Abschluss- und Verwaltungskosten von 1–2 % p.a. — das frisst die Rendite auf.
Beitragsgarantie drückt Rendite: Die gesetzlich vorgeschriebene Nominalwertgarantie zwingt Anbieter zu konservativer Anlage → geringe Rendite, besonders in Niedrigzinsphasen.
Nachgelagerte Besteuerung: Die Rente wird im Alter voll besteuert — bei vielen Geringverdienern bleibt nach Steuern wenig übrig.
Komplexität: Zulagenantrag, Eigenbeitrag, Günstigerprüfung, Wohn-Riester — das System ist komplex und fehleranfällig.
Trotzdem: Für Familien mit Kindern und Geringverdiener überwiegen die Zulagen oft deutlich die Kosten. Hier bleibt Riester ein sinnvolles Instrument.
Was tun mit einem bestehenden Riester-Vertrag?
Situation | Empfehlung |
|---|---|
Guter Tarif, Zulagen werden genutzt, Kinder vorhanden | Behalten und weiter besparen. Zulagen sichern. |
Teurer Alttarif mit hohen Kosten | Anbieterwechsel prüfen. Das Guthaben kann übertragen werden (§ 1 Abs. 1 S. 1 Nr. 10 AltZertG). |
Keine Kinder, mittleres Einkommen, wenig Rendite | Beitragsfrei stellen (nicht kündigen!). Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten. Neue Beiträge in andere Vorsorge lenken. |
Immobilienkauf geplant | Wohn-Riester prüfen. Guthaben für selbstgenutzte Immobilie verwendbar (förderschädlich nur bei Vermietung). |
Kündigung in Betracht | Vorsicht! Zulagen + Steuervorteile müssen zurückgezahlt werden. Fast immer ist Beitragsfreistellung die bessere Option. |
Hinweis: Die hier beschriebenen Regelungen basieren auf dem Rechtsstand 2026. Ab 2027 löst das Altersvorsorgedepot Riester für Neuabschlüsse ab; bestehende Verträge laufen weiter. Steuerliche Aussagen (Günstigerprüfung, Sonderausgabenabzug) sind eine fachliche Einordnung — die verbindliche steuerliche Einschätzung gibt dir deine Steuerberatung.
So hilft FYNGO
Riester ist komplex — und nicht jeder Vertrag ist schlecht. Wir helfen dir:
Bestehenden Vertrag prüfen: Lohnt sich Weiterbesparen, Wechsel oder Beitragsfreistellung?
Förderquote berechnen: Wie hoch ist dein tatsächlicher Vorteil nach Kosten und Steuern?
Alternative vergleichen: Riester vs. Altersvorsorgedepot (ab 2027) vs. ETF-Depot vs. Rürup vs. bAV — was passt zu deiner Situation?
Zulagen sichern: Dauerzulagenantrag einrichten, Eigenbeitrag optimieren
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Wir schauen uns das mit dir an.
Ob dein bestehender Vertrag das abdeckt, was hier steht, sagen wir dir in einem kurzen Gespräch. Der Einstieg ist kostenfrei — ohne Kosten, ohne Mindestlaufzeit.
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